Anlass und Ziel der Planung

Aus Sicht der Stadt Frankenthal bietet die nun anstehende kooperativ geführte Industrieflächenkonversion eine beachtliche Entwicklungschance zugunsten eines neuen funktionalen Stadtquartiers in unmittelbarer Nachbarschaft zur Innenstadt und zu den angrenzenden Wohngebieten.

Dieses Bestreben wird mit dem Ziel einer nachhaltigen Umnutzung der entlassenen Flächen, welche sich an den Bedürfnissen des Standorts Frankenthal orientiert, städtebaulichen Missstände vorbeugt und die erheblichen Kosten für Instandhaltungsmaßnahmen senkt, seitens des Unternehmens ausdrücklich unterstützt.

Angesichts der Lage des Quartiers bietet sich aus baulich-räumlicher sowie stadtstruktureller Sicht die nachhaltige Chance der „Verknüpfung“ der westlich und östlich der Bahntrasse gelegenen Stadtbereiche unter Einbeziehung des angrenzenden Stadtumbaugebietes.

Die Industrieflächenkonversion des Werksgeländes ist insoweit eine herausragende Stadtentwicklungsaufgabe für die Stadt Frankenthal.

Übergeordnete Zielsetzung der Masterplanung ist es demnach, den westlichen industriell geprägten Stadtteil mit der östlich davon liegenden Innenstadt zu verknüpfen und so die nutzungsfunktionale Trennung perspektivisch aufzubrechen, wobei eine umgebungsverträgliche gewerblich-industrielle Nachnutzung des Werksgeländes präferiert wird und bei den Planungen zu berücksichtigen ist.

Dementsprechend soll der Gewerbe- und Industriestandort westlich der Innenstadt als solcher gesichert und gestärkt werden. Dies verlangt auch die unmittelbare Rücksichtnahme auf nachbarschaftliche Belange im Hinblick auf die südlich gelegenen Wohngebiete als auch auf die gewerblich-industrielle Nutzungen im Norden.

Der Mitarbeiterparkplatz P1 soll im Zuge der Konversion zu einem Wohngebiet umgestaltet werden.

Insofern muss die Planung gewährleisten, dass die Tochtergesellschaften Albert-Frankenthal GmbH und KBA-FT Engineering GmbH infrastrukturell autark und arbeitsfähig bleiben.

Von Beginn an wurde großer Wert auf eine kooperativ-konsensuale Zusammenarbeit zwischen der Stadt Frankenthal und dem Unternehmen KBA gelegt. Ziel ist dabei eine qualitativ hochwertige Lösung im Sinne der beiderseitigen Interessen zu gewährleisten.

Die zukünftige Nachnutzung im Quartier soll nachhaltig, flexibel, anpassbar, robust und zukunftsfähig ausgestaltet werden. Dementsprechend ist das denkbare Nachnutzungsspektrum zu ermitteln und in der Bandbreite von Gewerbe, Dienstleistungen, Verwaltung, Kultur, Einzelhandel, Wohnen und Beherbergungsgewerbe und Gastronomie zu konzipieren.

Der Masterplan versteht sich nicht als starres, restriktives Regelwerk. Vielmehr soll er den Rahmen der stadtentwicklungsplanerischen Vorgaben auf einer abstrakten Ebene definieren und zugleich zielgerichtete städtebauliche, freiraumplanerische sowie verkehrsplanerische Ziele und Qualitäten formulieren. Diese wurden bewusst flexibel gehalten, um über einen langfristigen Entwicklungsprozess hinweg wirksam werden zu können.